Thomas und sein Diakonat

"Fange nie an aufzuhören, und höre nie auf anzufangen."

Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr. – 43 v. Chr.)

Thomas ist am 6. März 2010 im Hohen Dom zu Paderborn

zum ständigen Diakon im Ehrenamt geweiht worden.

Viele Jahre Fernstudiumhat er vorher (neben seinem Beruf)

in gähnender Mühe erfolgreich mit der Note "2" absolviert.  

Darauf kann er mit Recht stolz sein.

 

Heute ist er im Ehrenamt Diakon im Pfarrverbund Büren Süd. Er bringt alten Menschen die Hauskommunion, darf am Altar dienen, taufen, verheiraten und beerdigen. Weil er nur im Ehrenamt Diakon ist, kommt natürlich seine Family und seine Arbeit noch vorher, sodass er nur wenig Zeit hat, den Menschen in der Gemeinde zu dienen. Aber er ist gern Diakon und fühlt sich 100%ig berufen, das ist gut.

"Eine ganz besonders große Freude haben mir unser ältester Sohn und seine liebe Frau bereitet, als sie mich fragten, ob ich ihre kleine Tochter taufen möchte. Am 8. August 2011 hatte ich dann die besondere Ehre geschenkt bekommen (als allererste Taufe überhaupt) meine eigene Enkelin zu taufen."

Ein lieber Freund hat mir einmal zu Weihnachten das Buch "Christenmut" von Paul M. Zulehner geschenkt,
in dem ich folgendes Zitat von Roman Bleistein, einem Jesuiten, gefunden habe.
Er spricht von der Liebe zwischen Menschen, die auch immer Ausdruck der Sehnsucht nach der unendlichen Liebe Gottes ist. Weil wir dieser Sehnsucht nie gerecht werden können, sollten wir uns unsere Endlichkeit und Schwächen eingestehen und uns damit aussöhnen, weil Gott uns eben trotzdem liebt!



 

Bei Roman Bleistein heißt es:

"Wer liebt, sucht im letzten einen Gott, d.h. einen,

der ihn so erfüllt, dass weder Maß noch Grenze vorhanden
sind: also Ewigkeit, Unendlichkeit.

Der eine Mensch verheißt dem anderen eine solche Erfüllung.

Welcher Mensch kann dafür einstehen?

Die erste Tugend der Liebe heißt: das Erbarmen.

In ihm vergeb ich dem anderen, dass er mein Gott

nicht sein kann."

 

 

Folgende Worte von Madeleine Delbrel sprechen mir aus dem Herzen und geben mit Mut und Kraft für den Alltag:

 

"WIR LEUTE VON DER STRASSE

 

Es gibt die Orte, wo der Geist weht, aber es gibt einen Geist, der allerorten weht.

Es gibt Leute, die Gott nimmt und beiseite stellt.

Andere gibt es, die lässt er in der Masse, die zieht er nicht aus der Welt zurück.

Es sind die Leute, die eine gewöhnliche Arbeit verrichten, eine gewöhnliche Wohnung haben und gewöhnliche Ledige sind. Leute, die gewöhnliche Krankheiten, gewöhnliche Traueranlässe haben. Leute, die ein gewöhnliches Haus bewohnen und gewöhnliche Kleider tragen. Es sind Leute des gewöhnlichen Lebens. Leute, die man in einer beliebigen Straße antrifft.

Sie liebenihre Tür, die sich zur Straße hin öffnet, wie ihre der Welt unsichtbaren Brüder die Tür lieben, die sich endgültig hinter ihnen geschlossen hat.

Wir anderen, wir Leute von der Straße, glauben aus aller Kraft, dass diese Straße, dass diese Welt, auf die uns Gott gesetzt hat, für uns der Ort unserer Heiligkeit ist.

Wir glauben, dass uns hier nichts Nötiges fehlt, denn wenn das Nötige fehlte, hätte Gott es uns schon gegeben."

 

Madeleine Delbrêl, Wir Nachbarn der Kommunisten. Diagnosen. Einführung von Jacques Loew. Einsiedeln 1975. S.49.

 

Euer Thomas